WÄHREND DIE EINEN VERHUNGERN, WISSEN ANDERE NICHT WOHIN MIT DEM WOHLSTANDSMÜLL UND DER ÜBERPRODUKTION VON LEBENSMITTELN

Veröffentlicht auf von yogi majhavi

Not in Somalia verschärft sich

"Viele Menschen sind am Ende"

Ostafrikas Hungersnot verschärft sich weiter: 750.000 Menschen sind in Lebensgefahr. Helfer gelangen oft nicht zu ihnen. Viele Gebiete werden von der Al Shabaab-Miliz abgeriegelt. Gleichzeitig erreichen immer mehr Hungernde die Hilfslager in Somalias Nachbarländern.

Von Antje Diekhans, ARD-Hörfunkstudio Nairobi

Mitglieder der Al Shabaab Miliz bei einer Parade, nachdem sie hungerleidenden Flüchtlingen etwas zu essen gegeben haben, 50 Kilometer entfernt von Somalias Hauptstadt Mogadischu. (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes Die Mitglieder der Al Shabaab-Miliz lassen die Helfer oft nicht durch zu den Hungernden. Die vorherrschende Farbe auf der Somalia-Landkarte bei den Vereinten Nationen ist rot. Fast der gesamte Süden des Landes ist so eingefärbt und das bedeutet: Hier herrscht eine Notlage, die schnelles Eingreifen verlangt. Einige Regionen zeigen sich sogar in alarmierendem dunkelrot. Es sind die Gebiete, für die offiziell eine Hungersnot erklärt wurde.

Jeden Tag sterben hier Menschen, weil sie zu wenig zu essen haben. Die verheerende Dürre am Horn von Afrika hat ihnen das wenige genommen, was sie nach Jahrzehnte langen Kämpfen noch hatten. Zu den bisher fünf Hungerregionen ist eine weitere hinzugekommen, die in dem Teil Somalias liegt, der von der radikal-islamischen Al Shabaab abgeriegelt wird. Hilfslieferungen erreichen die Menschen nicht, auch wenn die Vereinten Nationen versuchen, Abkommen mit der Miliz zu treffen.

Die Helfer gelangen nicht in alle Not-Gebiete

"Wir  führen Gespräche auf der lokalen Ebene", sagt UNO-Nothilfekoordinator Mark Bowden. "Und wir arbeiten mit Organisationen zusammen, die schon lange in Somalia aktiv sind. Sie wissen, wie man sich dort bewegen muss." In viele Gebiete kommen aber auch die lokalen Helfer nicht. Die Vereinten Nationen schätzen, dass 750.000 Menschen vom Hungertod bedroht sind, wenn sich an der Situation nichts ändert.

Somalische Kinder warten auf etwas zu essen. In einem innerländischen Lager südlich von der somalischen Hauptstadt Mogadischu. (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes Somalische Kinder warten auf etwas zu essen. Sie sind am schlimmsten betroffen. Laut Bowden hat die Krise ihren Höhepunkt aber noch nicht erreicht. "Die nächsten vier Monate werden entscheidend sein. Wir müssen die Lage stabilisieren. Das hier ist keine Krise, die bald vorbei ist", warnt der Nothilekoordinator. "Wir brauchen Mittel, um unseren Einsatz zu verstärken und um den Menschen in Somalia die Unterstützung zu geben, die sie so verzweifelt brauchen."

Vor allem Kinder sterben

Täglich kommen neue völlig entkräftete Flüchtlinge in den Lagern in den Nachbarländern Kenia und Äthiopien und in der somalischen Hauptstadt Mogadischu an. Die Sterblichkeitsrate vor allem unter Kindern ist hoch. "Ich habe in einem Krankenhaus Kinder gesehen, die bis zum Skelett abgemagert sind, weil sie völlig unterernährt waren und krank dazu", erzählt Rainer Lang. Er ist Sprecher der Diakonie Katastrophenhilfe und hat sich selbst ein Bild von der Lage in Mogadischu gemacht. "Das ist völlig fraglich, wie die überhaupt überleben. Den Menschen geht es wirklich schlecht, und das sieht man denen an. Die sind am Ende."

Im Oktober soll der lang ersehnte Regen endlich fallen. Doch Hilfsorganisationen warnen, dass auch dann keine Verbesserung zu erwarten ist. Eine Ernte wird es frühestens im nächsten Jahr geben. Bis dahin hungern die Menschen weiter und warten auf Hilfe.

 

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